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Self-Driving

Was zu erwarten ist, wenn autonome Fahrzeuge in die Stadt kommen

Schon bald könnten Sie auf einer Straße, einer Autobahn oder in einem Kreisverkehr in Ihrer Nähe ein autonomes Testfahrzeug vorbeifahren sehen und sich fragen: “Was macht dieses Auto in meiner Stadt? Wie funktioniert es? Ist es wirklich sicher?”

Das ist eine natürliche Reaktion auf eine ziemlich neue Technologie, mit der die Öffentlichkeit bisher nur wenig Berührungspunkte hatte. Aber ich möchte Ihnen erklären, warum Sie sich in der Nähe unserer autonomen Testfahrzeuge, wie dem ID. Buzz AD, der im September dieses Jahres auf der IAA vorgestellt wurde sicher fühlen können. Sobald die Tests in München und Neufahrn diesen Monat und in Hamburg später in diesem Jahr beginnen, werden unsere Fahrzeuge voll vorbereitet in diese neuen Städte fahren.

Die Einführung der selbstfahrenden Testfahrzeuge von Argo in unseren ersten europäischen Städten ist das Ergebnis einer monatelangen Zusammenarbeit, die sich nicht von der Zusammenarbeit mit den sechs großen US-Städten unterscheidet, in denen wir in den letzten fünf Jahren gestartet sind. Dort treffen wir uns häufig mit städtischen und staatlichen Beamten, Sicherheitsbehörden, Ersthelfern, Gemeindegruppen und Interessenvertretungen von Radfahrern, Fußgängern und anderen gefährdeten Verkehrsteilnehmern. 

Zusätzlich zu diesem Feedback ist das selbstfahrende System (SDS) von Argo bereits sehr erprobt im Fahren in Städten, basierend auf Begegnungen mit einer immensen “Vielfalt an Komplexität” aus den Tests in den USA – das bedeutet unterschiedliche Fahrstile, einzigartige und seltene Verkehrssituationen und so ziemlich jedes ungewöhnliche Fahrerverhalten, das man sich vorstellen kann. Wenn wir in unseren ersten europäischen Märkten Fuß fassen, werden wir alle technischen Möglichkeiten, alle Erkenntnisse und das gesamte bisher erhaltene Feedback mitbringen, das wir bei unseren ausführlichen Tests in den ersten sechs US-Städten gesammelt haben, und uns an die einzigartigen Merkmale der europäischen Städte und Verkehrsregeln anpassen. 

Das SDS ist auch in Bezug auf die Sensor- und Computerhardware sehr ausgereift, insbesondere seit der ID. Buzz AD mit unserem System der fünften Generation ausgestattet wird, welches in den letzten fünf Jahren kontinuierlich weiterentwickelt wurde. Unsere Fahrzeuge sind mit Sensortechnologien wie Lidar, Radar und Kameras ausgestattet, um die Objekte in der Umgebung der Fahrzeuge zu erkennen, mit Sensoren zur Erkennung von Sirenen für Einsatzfahrzeuge und mit einem Hochleistungscomputersystem zur Verarbeitung aller Daten. Dank unserer Hardware und Software, die wir gemeinsam mit unseren Partnern bei Volkswagen und Ford entwickelt haben, sind unsere Fahrzeuge in der Lage, die Welt um sie herum in einem 360-Grad-Radius zu erfassen und zu interpretieren, mit einer Reichweite von mehr als 400 Metern, bei Tag und bei Nacht. 

In gewisser Weise ist es zu kurz gegriffen, unsere Autos nur als Automobile zu betrachten. In Wirklichkeit sind sie intelligente Roboter, die so programmiert sind, dass sie für die Sicherheit aller Personen innerhalb und außerhalb des Fahrzeugs sorgen. Unsere selbstfahrenden Fahrzeuge können sowohl statische als auch sich bewegende Objekte auf der Straße wahrnehmen, ihren Weg verfolgen und vorhersagen und einen Kurs planen, der sie sicher ans Ziel führt. Im Gegensatz zu menschlichen Fahrern wird unsere Technologie nicht müde, trinkt nicht, lässt sich nicht durch Textnachrichten ablenken und lernt immer dazu, da wichtige Informationen von jedem einzelnen Fahrzeug an die gesamte Flotte weitergegeben werden. 

Sicherheit ist die oberste Priorität

Das Fundament unseres Unternehmens ist das Engagement für die Sicherheit. Sicherheit ist daher auch die oberste Priorität von Argo. Aus diesem Grund setzen wir während der gesamten Entwicklungsphase unserer Technologie menschliche Operator oder Testspezialisten in unseren Testfahrzeugen ein. Auch wenn es kontraintuitiv klingen mag, werden Sie also zuerst Menschen hinter dem Steuer unserer autonomen Testfahrzeuge sehen, da sie ein zentraler Bestandteil unserer Entwicklung und Erprobung der Technologie sind.

Unsere Testspezialisten haben eine ausführliche, wochenlange Schulung zur Bedienung der Argo-Fahrzeuge absolviert, um zu erfahren, worauf man beim Fahren achten muss und wie man sich an die örtlichen Fahrregeln und Etikette hält. Bei der Verfeinerung dieses Prozesses in unseren amerikanischen Teststädten haben unsere Testspezialisten sogar eine neue Form des Trainings entwickelt, das sogenannte “Kommentarfahren“, das aus der rasanten Welt der Rallye-Autorennen stammt. 

Dieser Prozess, bei dem Beobachtungen und bevorstehende Hindernisse verbalisiert werden, während man hinter dem Steuer sitzt, trägt dazu bei, dass sich die Testspezialisten aktiv mit ihrer Umgebung auseinandersetzen und ständig mit ihren Co-piloten kommunizieren. Auf diese Weise wird das Situationsbewusstsein verbessert und das Gehirn lernt das Fahren neu, was alles auf denselben grundlegenden Wert zurückgeht: unsere Priorität, die Sicherheit der Menschen in unserer Umgebung zu gewährleisten. 

Testen, testen und noch mehr testen

Argo durchläuft einen ständigen Testzyklus, was bedeutet, dass wir konstant an der Verbesserung unseres selbstfahrenden Systems arbeiten. Bevor unsere Fahrzeuge auf öffentlichen Straßen eingesetzt werden, werden sie strengen Tests im Labor, in Simulationen und auf abgesperrten Strecken unterzogen – und dieser Zyklus wird auch dann fortgesetzt, wenn unsere Fahrzeuge auf städtischen Straßen unterwegs sind.

Zur Vorbereitung der öffentlichen Straßentests in Deutschland hat Argo kürzlich eine neun Hektar große Teststrecke am internationalen Flughafen München eröffnet, die eine Ergänzung zu der Teststrecke ist, die wir bereits in der Nähe unseres amerikanischen Hauptsitzes in Pittsburgh betreiben. Aufbauend auf der dort geleisteten Arbeit setzen unsere Testingenieure in Deutschland das Fahrzeug einer Vielzahl von Szenarien aus – insbesondere “Grenzfälle” oder ungewöhnliche Situationen, die dennoch regelmäßig auf der Straße vorkommen, sowie alltägliche Begegnungen mit anderen Fahrzeugen, Radfahrern, Fußgängern, Tieren und mehr. Die Tests auf geschlossenen Strecken sind ein fortlaufender Prozess bei Argo, wobei das selbstfahrende System im Laufe der Zeit immer weiter verfeinert wird, um ein möglichst natürliches Fahren zu erreichen.

In einer perfekten Welt würden natürlich alle Verkehrsteilnehmer auf der Straße einer Reihe von Regeln und vorhersehbaren Verhaltensweisen folgen. Die reale Welt ist jedoch nie so einfach. Um zu planen, wie es von A nach B kommt, muss das selbstfahrende Fahrzeug von Argo drei Dinge können: erkennen, planen und handeln. Bei jeder Aktion, die das Auto durchführt, muss es zwei Fragen beantworten, während es die Straße entlangfährt: Was werden alle anderen als Nächstes tun? Und wie kann es diese Informationen nutzen, um eine sichere, natürliche Bewegung in Richtung seines Ziels zu planen? 

Sobald das System seine Umgebung erfasst, sein zukünftiges Verhalten vorhergesagt und seinen optimalen Fahrweg geplant hat, trifft es eine Entscheidung. Das Argo SDS ist in der Lage, den Motor, die Bremsen und die Lenkung zu steuern, während sich das Fahrzeug auf dem geplanten Weg bewegt. Da das System jedoch noch dabei ist, die Feinheiten der Städte, in denen wir testen, zu erlernen, verlassen wir uns auch darauf, dass unsere Teams von Testspezialisten jederzeit wachsam sind. Die Argo-Testspezialisten sind darauf geschult, die Fahrzeuge in jeder Umgebung und Situation zu überwachen, und sie sind in der Lage, jederzeit manuell die Kontrolle über das Fahrzeug zu übernehmen.  

Im Laufe der Zeit und mit Hilfe von Testspezialisten im Auto und Ingenieuren, die auf zwei Kontinenten arbeiten, entwickeln unsere Fahrzeuge ein sehr differenziertes Verständnis der lokalen Straßeninfrastruktur, des lokalen Fahrverhaltens, des Verhaltens von Fußgängern und Radfahrern und der allgemeinen Mobilitätskultur in jeder unserer Teststädte. Kurz gesagt, sie lernen, sozialer zu fahren.

Wie wir uns auf die Tests in neuen Städten vorbereiten 

Lange bevor sich unsere Fahrzeuge in den Verkehrsfluss einer neuen Stadt einreihen, beginnen wir damit, mit den lokalen Interessenvertretern über selbstfahrende Technologien zu diskutieren. Schließlich nutzen unsere Fahrzeuge eine neue Technologie, und das Vertrauen in diese Technologie muss man sich verdienen und wird einem nicht geschenkt. Dieser Dialog verläuft in beide Richtungen: Argo lernt alles, was wir über die einzigartige Fahrkultur einer Stadt wissen können, und Argo beschreibt seinerseits, wie das System funktioniert und welche Sicherheitsprozesse es anwendet.

Sobald wir mit einer Stadtverwaltung zusammengearbeitet haben, um mit den Tests auf öffentlichen Straßen zu beginnen, beginnen wir mit der Kartierung der Stadt selbst. Ein selbstfahrendes Fahrzeug ist auf ein umfassendes Verständnis seiner Umgebung angewiesen und muss in der Lage sein, das zukünftige Verhalten aller anderen Verkehrsteilnehmer vorherzusagen. Für Argo beginnt dies mit der Erstellung einer umfassenden 3D-Karte der Umgebung, in der wir operieren werden. Dazu fahren unsere Testspezialisten mit unseren Testfahrzeugen durch eine Stadt und sammeln Informationen über die bebaute und natürliche Umgebung.

Bei diesen Informationen handelt es sich nicht nur um eine GPS-Karte, wie Sie und ich sie auf unseren Smartphones verwenden, sondern um ein komplexes 3D-Modell der Stadt. Wie eine gewöhnliche Karte zeigt es die Kreuzungen, Alleen und Straßen, auf denen wir unterwegs sind, aber es enthält auch die Standorte von Verkehrssignalen, Straßenschildern, örtliche Gesetze und Vorschriften, einschließlich Geschwindigkeitsbegrenzungen, Fußgängerüberwege und Fahrbahngeometrien, Fahrradspuren und Bordsteine, Gebäude und Sehenswürdigkeiten wie Statuen und sogar natürliche Objekte wie Bäume und Sträucher. 

Auf der Grundlage dieses Wissensschatzes vergleicht ein selbstfahrendes Argo-Fahrzeug dann das, was es in Echtzeit beobachtet, mit dem detaillierten 3D-Modell des physischen Raums im System. Ein vollständiges Verständnis seiner Umgebung verbessert die Fähigkeit unseres Fahrzeugs, sich sicher und naturgetreu durch die Welt zu bewegen.  

Die Zukunft der Autonomie

Argo treibt die Einführung kommerzieller Ridehailing- und Lieferdienste weiter voran. Wir bereiten uns darauf vor, ab 2025 als Teil des Ridepooling-Dienstes von MOIA in Hamburg tätig zu werden, und bereiten uns derzeit darauf vor, autonome Ford-Fahrzeuge mit dem Argo-Selbstfahrsystem auf der Ridesharing-Plattform Lyft in zwei US-Städten, Miami und Austin, einzusetzen. Neue Kooperationen wie diese bringen uns unserem Ziel, kommerzielle Dienste in mehreren Städten in den USA und Europa einzuführen, schnell näher. 

Wir wissen aber, dass wir zunächst auf lokaler Ebene Vertrauen aufbauen und Beziehungen knüpfen müssen, damit diese Dienste globale Dimensionen erreichen können. Argo AI freut sich daher darauf, mit dieser vertrauensbildenden Arbeit in den Städten München und Hamburg zu beginnen, so wie wir es bereits in den USA tun. 

Wir freuen uns über das Feedback und das Engagement der Gemeinden und möchten, dass jeder in unseren Teststädten weiß, dass wir zuhören. Um unser Ziel zu erreichen, das Fahren in der Stadt für alle sicher, einfach und angenehm zu machen, können wir nicht allein agieren. Wir sind deshalb bestrebt mit Ihnen, unseren neuesten Stadtnachbarn, zusammenarbeiten.  

 

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